FAZIT

Subtile Subversion

«Mir gefiel, wie es der Camp#4-Gruppe gelang, sich Sichtbarkeit zu verschaffen. Sie platzierten guerillamässig ihre Postkarten mit den Blitz-Zeichnungen der BesucherInnen im Verkaufsständer der regulären Museumskunstkarten, der im Foyer bei der Kasse steht. Sie eigneten sich ein Terrain an, das nicht primär für Vermittlungszwecke oder Originale bestimmt ist!»

(Alexandra D’Incau)

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Die Blitz-Portraits im Überblick zeigen viel mehr als die charakteristischen Merkmale der Köpfe der BesucherInnen. Sie zeugen von und dienen der Auseinandersetzung mit der Hegemonie des Blickes verschiedener AkteurInnen.

Vorstellungen und Ansprüche

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Der Stempelaufdruck auf der Rückseite der Postkarten-Portraits gibt Hinweise auf Thema und Kontext der Aktion.

«Die Vorstellung klang gut: in den Räumen des Museums arbeiten. Ich habe mir darunter Aneignung vorgestellt. Was passiert, wenn der Ausstellungsraum zum Lern-Labor wird, zur Schule, zum Ort, an dem Thesen ausgerufen werden, an dem man Fragen stellt, an dem man Statements lebt?»

(Auszug aus der Reflexion von Leila Zimmermann)

Trägt Timothy Studer den Stuhl korrekt über der Schulter und versperren wir den BesucherInnen den Weg?

FRAGEN
& KRITIK

  • Wer ist die treibende Kraft in solchen Projekten, in denen wir möglichst viel Freiraum lassen wollen? Wer trägt die Verantwortung dafür, dass die Ideen umgesetzt werden?
  • Leila Zimmermann fragt sich in ihrem Abschlussbericht: Wie befreit man sich als Vermittlerin aus der Rolle der Zudienerin und wie anarchisch dürfen meine Handlungsweisen sein?
  • Das Museum neu denken – Wie subversiv kann man mit ungeschriebenen Gesetzen in der Museumskultur umgehen?