ANSATZ

Das Museum als Ort für die Schule

Die fachdidaktischen Möglichkeiten der Ausstellungen bieten für Lehrpersonen ein Potenzial. Und so folgte auch die LehrerInnenweiterbildung (Betreuung: Leitung Master Fine Arts der Hochschule Luzern; Kunstvermittlung des Kunstmuseums Luzern) einem innovativen Ansatz. Ebenso wie Camp# richtete sie sich an den jährlichen Sammlungsausstellungen aus. Die Initiatorinnen verstehen die Lehrpersonen als PartnerInnen statt als Multiplikatorlnnen bestehenden Wissens.

Ausgehend von kunsttheoretischen und -historischen Positionen sowie kunstpädagogischer Theoriebildung entwickelten die Leiterinnen Susanne Kudorfer und Bernadett Settele Ansätze zu einer Fachdidaktik des Porträts bzw. des Abbilds in der Sammlungsausstellung «Von Angesicht zu Angesicht. Füssli, Böcklin, Rondinone und andere» (2015) sowie einer Fachdidaktik des Landschaftsbildes in der Ausstellung «Ins Offene! Landschaftsdarstellungen von Robert Zünd und Ferdinand Hodler bis Max von Moos» (2014). Desweiteren entwickelten wir Rahmungen für ein offenes und kollegiales Zusammenarbeiten in der Weiterbildung, die auf Überlegungen zur Rolle der Leitenden als Facilitators basieren. Die Lehrpersonen sehen wir als Professionelle in ihrem Berufsfeld, nicht als der Anleitung Bedürftige.

Die Weiterbildungen des Master Fine Arts der Hochschule Luzern begreifen das Museum als Ort für die Schule und geben Lehrpersonen die nötigen Anregungen und Handreichungen, um eigene fachdidaktische Konzepte und Vorgangsweisen im Museum zu entwickeln – und zwar im Austausch mit FachkollegInnen.

Impulse und Zugänge

Exemplarisches Arbeiten mit der Sammlungsausstellung «Von Angesicht zu Angesicht. Füssli, Böcklin, Rondinone und andere».

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Sich auf Augenhöhe begegnen – Die LehrerInnen arbeiten als PartnerInnen mit dem Museum zusammen und erwerben selbst Vermittlungskompetenzen auf dem Museumsparkett. (Im Bild: Lena Eriksson).

Ziel der Weiterbildung war, anhand der in der Ausstellung gezeigten Arbeiten und in Zusammenarbeit mit den BerufskollegInnen Zugänge für SchülerInnen zur Kunstbetrachtung, für Diskussionen und eigene gestalterische Produktion zu schaffen.

Die Weiterbildung «Von Angesicht zu Angesicht: Arbeiten mit Porträt und Figuren im Museum» richtete sich an Lehrpersonen auf Sek-Stufe I und II, die Impulse für ihren Unterricht im Museum und einen Austausch zum Umgang mit Ausstellungen suchen. Sie war für weitere professionell Interessierte wie KunstvermittlerInnen offen.

Der gemeinsamen Erarbeitung von Aspekten der Ausstellung im Gespräch und in anderen Formen folgte eine Phase der Arbeit an eigenen Ideen sowie der Austausch und die Diskussion der Ergebnisse als kollegiale Beratung. Susanne Kudorfer und Bernadett Settele sahen sich als Ko-Leiterinnen in der Rolle der Facilitators: als unterstützende und ermöglichende kritische KollegInnen.

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Über den Blick im Kontext kultureller und sexueller Differenz. Ko-Leiterin Bernadett Settele bei einem theoretischen Input.

ENTWICKLUNG

Unterrichtseinheit innerhalb der Fachdidaktik

Im Vorfeld führten wir eine erste Form der Weiterbildung mit Studierenden des Master Art Teaching im Rahmen des Fachdidaktik-Seminars an zwei Vormittagen durch. Auch hier galt es, eine eigene Vermittlungseinheit ausgehend von einer Ausstellung («Houses von Thomas Schütte») zu erarbeiten. Kudorfer und Settele entwickelten für dieses Seminar entsprechende Formen für die Unterstützung der Zusammenarbeit. Dieses Vorgehen sehen Studierende wie Leiterinnen als möglichen Prototyp für die Lehrpersonen-Weiterbildung an. Die Evaluation des Seminars und eine Zusammenstellung interessanter Gesichtspunkte wurde durch Bernadett Settele vorgenommen.

Assoziative Zuordnungen: Ein Taschentuch dient zur Bekleidung der nackten Mädchenfigur und damit als Einstieg ins Gespräch zur Arbeit.

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LUNGS-
FELDER

Ko-Leiterin Susanne Kudorfer mit einer Kiste voller Ideen. Im Bildhintergrund nähert sich Beuys im Laufschritt.

Methoden der Kunstbetrachtung kennenlernen, anwenden, personalisieren

Professionalisierung des eigenen Sehens anhand von Originalen

Tools für kollegiale Diskussion und Austausch mit FachkollegInnen

Von der Idee zum Plan

Erarbeitung von Konzeptionen und Materialien für den eigenen Unterricht

> … und damit: Übertragung in die eigene berufliche Praxis